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Pentacon Six TL



Die Pentacon Six TL ist eine ostdeutsche 6x6 Mittelformatkamera, die, um Folgekosten zu vermeiden, vorsichtig behandelt werden will.
Die mit den zugehörigen Objektiven erziehlbare Bildqualität ist gut, trotzdem erreicht die 80 mm Brennweite nicht die Qualtität einer Rolleiflex 2,8F.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Pentacon Six TL um eine Fortentwicklung einer Praktisix aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Linsen stammen meist von Carl Zeiss Jena, es gibt aber auch neuere von Schneider-Kreuznach.
3 Sucher stehen zur Auswahl, ein Lichtschachtsucher und zwei Prismensucher, mit oder ohne Belichtungsmesser. Beste Wahl ist der Prismensucher mit Belichtungsmesser. Dieser mißt entsprechende der Bezeichnung TL durch die Linse. Da es sich jedoch um einen ungekoppelten Belichtungsmesser handelt, müssen die gemessenen Werte erst noch auf die Kamera übertragen werden. Schnappschüsse sind also nicht möglich.
Das Bildformat ist 6x6, durch den Sucher sieht man aber leider nur 5x5, den Rest muss man mit dem zweiten Auge mit einplanen.
Die Kamera verfügt über Belichtungszeiten von 1/1000 bis 1/1 sowie B.
Entsprechend einer Mittelformatkamera handelt es sich hierbei nicht um ein Leichtgewicht, schon garnicht, wenn man von dem herkömmlichen 80 mm Objektiv abweicht. Alles > 1 kg ist normal.

Zur Bedienung: Die erste und größte Schwierigkeit ist das Filmeinlegen.
Nach dem Einlegen der Rolle und Einfädeln folgt das eigentliche Problem, das Vorspulen. Hierbei gilt, wie im übrigen bei der weiteren Bedienung der Kamera, NIEMALS den Filmtransporthebel in eine andere Richtung drücken als in seine vorgesehene Drehrichtung. Häufigster Fehler ist der leicht von oben angesetzte Daumen, der beim Vorspulen den Hebel auch leicht nach unten drückt. Fehlbedienungen wie diese zerstören auf Dauer die Mechanik und sind schwer zu reparieren. Auch wird beim Filmeinlegen nur bei geöffneter Rückwand gepumpt - Filmtransporthebel nach einer Vierteldrehung zurückschnacken lassen und dann wieder vorspulen.
Der Film an sich wird mit seiner Markierung nicht mit der der Kamera zur Deckung gebracht, sondern bis zur Spule transportiert. Es ist genug Filmreserve vorhanden um 12 Bilder zu gewährleisten. Das "Rauspressen" eines 13. Bildes ist nicht empfehlenswert. Es führt in der Mehrzahl zu Bildüberlappungen durch einen fehlerhaften Filmtransport.
Deckel schließen, spannen, auslösen und spannen bis Bildnummer 1 angezeigt wird. Ab hier normales Fotografieren mit der korrekten Benutzung des Filmtransporthebels (s.o.). Nach dem 12. Bild blockiert der Transport und wird über den kleinen Schalter am Transporthebel wieder entriegelt. Aufspulen des Filmes durch Pumpen ist nun wieder möglich.

Zum Kauf einer Pentacon Six:
Eine einwandfrei funktionierende Pentacon Six ist eher selten. Mehr Sicherheit bieten Kameras von Händlern, sind aber preislich mit einem Aufschlag behaftet. Dieser kann sich jedoch auzahlen:
Kaufpreis meiner Kamera wie auf dem Bild dargestellt: 200 Euro
Nachfolgende Reparatur: 180 Euro
Schon damals waren nur noch wenige Ersatzteile vorrätig.
Eine weitere Schwachstelle ist der Belichtungsmesser: Hier korrodiert gerne die Kontaktfeder zur Batterie. Die Korrosion ist nach Aussage meiner damaligen Werkstatt nicht reparabel!

Reparaturmöglichkeiten:
Die Justierung/Reparatur führte um das Jahr 2002 neben einigen Fachläden auch noch Pentacon in Dresden durch. Ob dies heute immer noch der Fall ist, sollte vorsichtshalber erfragt werden.
Meine "Justage" führte 2002 die Arlüwa Czens GmbH in Köln, Kleine Sandkaul 4-6, 0221/2573870 durch.

Links:
Pentacon Six System by TRA Exzellente Seite, sehr zu empfehlen.
Bedienungsanleitungen für die Pentacon Six TL
Baierfoto Six Umbauten der Pentacon
Wiese Fototechnik Ebenfalls Umbauten