Canon F-1 Lake Placid



Die Canon F-1 kam 1971 auf den Markt. 1976 erschien eine leicht modifizierte Ausführung, auch als F-1n bezeichnet, bevor 1981 die Canon F-1 New erschien, die auch optisch eine völlige Neukonstruktion darstellte.
Die Ur F-1 und die F-1n unterscheiden sich nur in wenigen Punkten. Die Auffälligsten sind ein an der Rückwand angebrachter Halter für die Filmbezeichnung sowie eine ISO-Verstellung bis 3200, vormals 1600.
Das Sondermodell zu den Olympischen Spielen 1976 in Montreal ist eine Ur F-1, das zu den Spielen in Lake Placid 1980 eine F-1n und das zu den Spielen 1984 in Los Angeles eine F-1 New.
Die F-1 und die F-1n sind wahre Panzer. Äußerlich nahezu unverwüstlich, in Kombination mit einem 135er sogar zur Selbstverteidigung geeignet, ohne Funktionsverlust. Gewicht und Haptik lassen fast vermuten, die F-1 wäre aus einem Stück Vollmetall geschnitzt. Die Belichtungsmessung ist eine Mischung aus mittenbetonter Integralmessung und Spotmessung. Canon nennt es Selektivmessung. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, möchte man diese nicht mehr missen. Ähnlich der FM2n funktioniert die F-1 bei jeder Witterung. Ausfälle gab es bisher nicht zu beklagen waren. Die einzige mir erkennbare Schwachstelle war mein, bei - 30 Grad den Auslöser bedienende Finger...

Zwei Punkte sind bei den alten Versionen der F-1 zu beachten:

Hauptschalter auf OFF
Der Hauptschalter der F-1 sollte bei Nichtverwendung der Kamera tunlichst auf "Off" stehen. Bei richtiger Benutzung hält die Batterie gut und gerne 1-2 Jahre, je nach Benutzung. Bleibt der Schalter jedoch dauerhaft in der "On" Position, ist die Batterie innerhalb weniger Tage geleert.

Das Batterieproblem
Die CdS-Zelle benötigt zur Belichtungsmessung eine PX625 Knopfzelle. Diese Knopfzelle ist eine Quecksilberbatterie und besitzt die Eigenschaften, praktisch über ihren gesamten Lebenszyklus eine konstante Spannung zu erzeugen, 1,35 V. Viele andere Batterien hingegen bauen mit der Zeit z.T. stark ab. Quecksilberhaltige Batterien dürfen jedoch aus Umweltschutzgründen nicht mehr Inverkehr gebracht werden. Rechtsgrundlage ist die europäische Richtlinie 2006/66/EG, die national in das Batteriegesetz umgesetzt wurde. PX625-Restbestände sind noch erhältlich, z.B. über ebay.

Die Möglichkeiten, eine Quecksilberbatterie zu ersetzen, stellt Frans de Gruijter in seiner Abhandlung "The mercury cell problem and its solution" recht umfassend und veständlich dar. Im Wesentlichen verbleiben 3 Möglichkeiten:
Wie die Batteriefrage zu entscheiden ist, muss jeder für sich entscheiden. Sofern ich weiß, dass ich die Kamera häufiger benutzen werde, verwende ich Zink-Luft Batterien. Kommt die F-1 nur gelegentlich zum Einsatz wechsel ich auf den Adapter von Frans de Gruijter inkl. einer SR44.


Links:
Canon History Hall Geschichte vom Hersteller.
Buhla-Quecksilberoxid-Batterie-Problem Nicht nur auf Canon bezogen